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Sonntag, 28. Dezember 2008 um 17:12 Uhr
Der S.K.I. ist derzeit der weltgrößte Karateverband  für Traditionelles Karate. Hier wird nur ein einziger Karate-Stil betrieben, nämlich der Shotokan-Stil.

Der S.K.I. wurde Mitte der siebziger Jahre ins Leben gerufen, an seiner Spitze niemand geringerer als "Mister Shotokan"!
 
Shihan Hirokazu KANAZAWA, 10. Dan Tokio studierte Karate-Do an der Takushoku-Universität in Tokio. Er ist heutzutage einer der Wenigen, die noch unter den Meistern Funakoshi und Nakayama Karte-Do erlernen durften. Kanazawa war sehr erfolgreich (zweifacher Japanischer Meister in Kumite und Kata) und wurde bald Instruktor. Nach zahlreichen Aufenthalten als Trainer in Hawaii, USA, Europa, etc. kehrte er 1977 nach Japan zurück, trennt sich von der J.K.A. (Japan Karate Association) und wird Weltcheftrainer des S.K.I. .
 
Der S.K.I. ist in den meisten Ländern der Welt vertreten und betreibt das Karate-Do nach Kanazawas Auffassung: Karate-Do ist eine Kampfkunst, bei der das wichtigste Ziel es nicht ist zu gewinnen, sondern seinen Charakter zu perfektionieren. Sicher geht es beim Karate-Do um das Kämpfen, aber auch Streit und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Karate-Do ist eine Kampfkunst für Körper und Geist.
Der S.K.I. sieht seine Aufgabe darin, das Traditionelle Shotokan Karate-Do zu verbreiten, dies aber als Kampfkunst und nicht als Sport. Sicher werden vom S.K.I. Meisterschaften ausgerichtet, aber dieser sportliche Aspekt des Wettkampfes ist nur nebensächlich, und beeinflusst nicht das Training.
Weitere Informationen zum SKI finden sie auf der Homepage des SKI Österreich.

KanazawaHirokazu Kanazawa wurde 1931 in der Provinz Iwate, Japan, geboren. Als junger Mann wurde er Zeuge der Niederlage eines kräftigen 5. Dan Judokas durch einen zierlichen unbekannten Okinawaner, dies innerhalb weniger Sekunden... Kanazawa musste diese Kampfkunst erlernen. So begann die Laufbahn Hirokazu Kanazawa, zweifacher Japanischer Meister in Kumite und Kata, Weltcheftrainer und einer der größten Karate-Instruktoren der Nachkriegszeit, den die Welt erblickt hat.
Seine Eltern schrieben ihn in der Tokio-Universität ein, damit er Fischerei studieren konnte, um später den Familienbetrieb übernehmen zu können. Er wechselte, ohne seine Eltern darüber zu informieren, zur Takushoku-Universität, um dort das Karate-Training besuchen zu können. Um dies zu verschweigen, trug er immer die Uniform seiner ersten Universität, wenn er seine Eltern besuchte. Sie erfuhren erst dann von diesem Wechsel, als sie von den Erfolgen ihres Sohnes in der Zeitung lasen.
An der Takushoku-Universität waren die Karate-Kurse dermaßen überfüllt, dass sich die Instruktoren über eine Auslesemethode einig werden mussten: Vor jedem Training mussten die Studenten zu einem benachbarten Tempel laufen, und die zwei Letzten wurden heimgeschickt. Je mehr Studenten ausschieden, desto besser wurde das körperliche Niveau der Verbleibenden.
Da Kanazawa ein Neuling im Karate war, musste er mehr als seine Kollegen trainieren, um sie einholen zu können. Er trainierte täglich 5 bis 6 Stunden legte um Mitternacht bis 2 Uhr früh auch noch eine Trainingseinheit ein. Somit wurde ihm sein erster Schwarzgurt nach 18 Monaten Training mit einem Alter von 20 Jahren verliehen.

KanazawaDie Stunde des Erfolges näherte sich, als seine Universitätskarriere sich dem Ende näherte. Man bot Kanazawa eine interessante Stelle in einer erfolgreichen Firma an, aber Nakayama Sensei bot ihm einen Posten im Instruktor-Kurs der J.K.A. an, den er mit Freude annahm. Das Training wurde noch härter und intensiver. Je mehr sein technisches Niveau wuchs, desto mehr ermutigte man ihn, hart zu trainieren. Je besser er wurde, desto größer wurde seine Motivation, noch besser zu werden. Und so, Jahr um Jahr, durch ständiges Üben, prägte er die Technik, die Hingabe und den Kampfgeist, ohne die er sicher nie als eine Legende seiner Zeit gelten würde. Seine Fortschritte wurden von seinen Vorgesetzten nicht übersehen, und er wurde somit der Mann, den man für die erste japanische Meisterschaft aufbauen wollte. Er würde zu diesem Anlass die J.K.A. vertreten. Seit dem Tag, an dem diese Entscheidung öffentlich wurde, war Kanazawa im Mittelpunkt des Geschehens. Er war der Mann, den man schlagen musste. Jeder Kämpfer wollte sich einen Namen machen, indem er diesen herausragenden Karateka besiegte. Viele unter ihnen versuchten es, aber ohne Erfolg.
 
Kanazawa trainierte noch intensiver, um die Erwartungen der J.K.A. nicht zu enttäuschen, aber vier Tage vor dem so langersehnten Wettkampf, während einer dieser starken Trainingseinheiten, brach er sich die Hand.
Die Meinung des Arztes war deutlich: Favorit oder nicht, es würde keinen Wettkampf für ihn geben, nicht dieses Jahr, es wäre zu gefährlich.
Niedergeschlagen ging er nach Hause und traf überraschenderweise seine Mutter an, die den langen Weg auf sich genommen hatte, um ihren Sohn, den hellsten Stern am Karatehimmel bei dem Wettkampf zu erleben. Kanazawa erklärte ihr die Situation:
"Mutter, der Arzt hat mir befohlen wegen meines Armes nicht zu kämpfen!", die Mutter antwortete ihm darauf mit der Würde eines Samurais: "Sag mir, mein Sohn, betreibst du das Karate mit nur einem Arm?" "Nein Mutter, mit dem ganzen Körper." erwiderte er. "Also wirst du kämpfen!" Am Tag des Wettkampfes war die Turnhalle überfüllt, nur Kanazawas Mutter alleine war beunruhigt, ihren Sohn beim Kämpfen zu sehen. Ohne an den Sieg zu denken, bestritt er die Vorrunden mit viel Mut und Geschmeidigkeit. Die Angriffe seiner Gegner erschienen ihm wie in Zeitlupe durchgeführt. Er bestand das Halbfinale, dann kam das Finale, wo man ihn dann schon, zu seiner Überraschung, als Sieger feierte.
In der Menge lächelte die ältere Frau in sich hinein, stolz auf ihren Sohn, der mit Ehre den Schmerz besiegt hatte. "Er ist ein guter Sohn" erinnerte sie sich.
 
KanazawaDas folgende Jahr, diesmal in bester Form, siegte er erneut in Kumite und in Kata. Aber diesmal war es schwieriger, erinnert er sich, bei seinem zu verteidigenden Titel. Die Angriffe seiner Gegner waren blitzschnell, daher nahm er sich vor, für die nächsten Meisterschaften noch härter zu trainieren. 1959 verlor er seinen Titel durch eine technische Entscheidung. Doch verlieh man ihm, aufgrund seiner Tapferkeit und seines starken Kampfgeistes, den Preis, der für den Kämpfer vorgesehen war, der erstmals drei mal hintereinander die Meisterschaft gewinnt. Eine gerechte Belohnung für einen Mann, der vom Kämpferstatus zum Meister gelang, der in den folgenden Jahren die Normen der Technik und der Kata in zahlreichen Ländern als Chef-Instruktor der J.K.A. definieren würde. Viele Instruktoren, die einen solchen Rang so jung wie Kanazawa erreicht hätten, hätten sich auf den Lorbeeren ausgeruht, sich von ihren Studenten anhimmeln und bedienen lassen, aber Kanazawa war nicht so. Er trainierte immer noch härter, Tag für Tag, und baute sogar Taichi Elemente , von Meister M. Yang unterstützt, in sein Trainingsprogramm ein. Heute ist Kanazawa Shihan 10. Dan  Weltcheftrainer des S.K.I. . Er wohnt in Tokyo, aber dort ist er sehr selten aufzufinden. Ist er nicht im Hauptdojo des S.K.I. in Tokyo, so bereist er die Welt und unterrichtet seine Schüler. Mittlerweile ist Hirokazu Kanazawa 77 Jahre alt, aber das Feuer in ihm brennt immer noch sehr stark. Alle  Trainingseinheiten, die man mit ihm erleben darf, werden ausschließlich von ihm durchgeführt. Es käme ihm nie in den Sinn, dass jemand für ihn das Aufwärmen macht, oder die Techniken vorzeigt. Nie wird man zu hören bekommen, dass er zu alt sei und diese Bewegung nicht durchführen könne. Wenn man Kanazawa Shihan kennt, weiß man, dass kein Augenblick vergeht, in dem Karate keine Rolle spielt. Kanazawa ist Karate-Do, mit Leib und Seele.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 30. Dezember 2008 um 21:09 Uhr
 

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